Konstruktionsholz: Arten, Festigkeitsklassen, Preise & Anwendung

Konstruktionsholz ist die Bezeichnung für veredelte Bauschnitthölzer. Die Abkürzung KVH ist eine geschützte Produktbezeichnung für spezielles Bauholz mit klar definierten Qualitätseigenschaften, die über die Anforderungen der DIN 4074 hausgehen. Diese präzisen Vorgaben für Konstruktionsholz wurden durch eine Vereinbarung zwischen dem Bund Deutscher Zimmermeister (BDZ) und der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsholz e.V. ins Leben gerufen.
🔍 Artikel kurz zusammengefasst
• Konstruktionsholz (Kurzform KVH) ist veredeltes Bauschnittholz nach DIN 4074, das im konstruktiven Hausbau für tragende Bauteile eingesetzt wird.
• Standard-Holzarten: Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie – mit unterschiedlichen Eigenschaften bei Gewicht, Resistenz und Optik.
• Festigkeitsklassen: Am häufigsten verbaut wird C24 – stark genug für die meisten Wohnhaus-Tragstrukturen.
• Zwei Sichtklassen: KVH-Si (sichtbar verbaut, optisch hochwertig) und KVH-NSi (nicht sichtbar, technisch identisch).
• Preisrahmen: je nach Holzart und Maß ca. 600 – 1.200 € pro m³ (Stand 2026, orientierend).
• Typische Maße im Hausbau: Kantholz 12×12, 14×14, 16×16 cm.
• CLT-Häuser verwenden Konstruktionsholz für Dachstühle und Pfetten – der tragende Hauskorpus selbst besteht jedoch aus Brettsperrholz.
Was du über Konstruktionsholz wissen solltest:
Für die Herstellung sind folgende Holzarten zugelassen: Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie. Des Weiteren wird Konstruktionsholz in zwei Oberflächenklassen differenziert:
- Konstruktionsholz für den sichtbaren Bereich (KVH Si)
- Für den nicht sichtbaren Bereich (KVH NSi)
Das Konstruktionsholz gewinnt stetig an Bedeutung und wird immer mehr anstelle des klassischen Bauholzes eingesetzt.
Ein Vorteil gegenüber klassischem Bauholz ist die Möglichkeit das Konstruktionsholz auch in größeren Längen zu erhalten (Längen von 13 Metern oder mehr). Um möglichst lange und gleichzeitig stabile Konstruktionsholz-Balken zu erhalten, zum Beispiel für einen Dachstuhl, werden mehrere einzelne Balken in der Länge miteinander keilverzinkt.
Ergänzend werden bei Dimensionen ab 12 cm Breite zweifach bzw. dreifach verleimte Balken, sogenannte DUO- bzw. TRIO-Balken gefertigt. Dieses erfolgt aus Gründen der Formstabilität und um Schwierigkeiten bei der Kerntrocknung größerer Querschnitte zu umgehen.
Holzzarten sind für KVH Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie zugelassen.
Konstruktionsholz Preise
In der Regel wird nach Kubikmeter Preis abgerechnet. Fachhändler rechnen dir die Preise jedoch auch in Laufmeter-Preise um. Dabei ist die Basis abhängig vom Stärkenquerschnitt.
KVH oder Konstruktionsholz kann ebenfalls nach Maß bestellt werden, um Zuschnitte vor Ort minimieren. Dabei muss jedoch mit einer längeren Lieferzeit und einem höheren Preis rechnen.
In gut sortierten Holz- und Baustoffläden findet man in der Regel ein gut ausgestattetes Lager mit vielen Querschnitten und Längen.
Tipp: Für dich viel einfacher, als in die verschiedenen Fachhandel zu spazieren: Ganz bequem auf holzcheck.de nach deinem Wunsch Holz suchen, Angebote beim Händler einholen und vergleichen und mit ein paar Klicks das ideale Konstruktionsholz für deine Ansprüche finden.
Wichtige Eigenschaften von Konstruktionsholz
KVH-Balken oder Konstruktionsholz finden oftmals als tragende Bauteile Verwendung. Daher sind die Qualitätsansprüche genau geregelt und die Eigenschaften des Konstruktionsholz enorm wichtig. Es herrschen genaue DIN-Vorgaben, welche unter anderem die Stabilität und Tragfähigkeit des Holzes sichern.
Zum einen ist Konstruktionsholz besonders robust, da es bei der Herstellung technisch getrocknet wird. Dadurch ist in der Regel keine Behandlung mehr mit einem Holzschutz auf chemischer Basis notwendig. Zusätzlich erhöht sich dadurch die Resistenz des KVH gegenüber Insekten.
Auch wird die Wahrscheinlichkeit nachträglicher Verformungen durch die Trocknung minimiert. Die definierte Holzfeuchte liegt dann nahe der zu erwartenden Gleichgewichtsfeuchte im Einbauzustand (ω = 15 ± 3 % ). Laut DIN 4074 wird für übliches Bauholz der Qualität S10TS eine Holzfeuchte von ω = max. 20 % erlaubt. In der Praxis wird diese jedoch mangels Qualitätskontrolle bei der Holzlieferung häufig überschritten und kann somit zu späteren Verformungen des Bauholzes führen. Die Vorgaben Für Konstruktionsholz hingegen werden zusätzlich durch unabhängige Prüfinstitute kontrolliert.
Konstruktionsholz aus Fichte weist eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit vor als beispielsweise Stahl oder Beton und ist somit besser geeignet Kältebrücken vorzubeugen.
Falls sich die Frage stellt, ob Konstruktionsholz aus Fichte oder Kiefer für den eigenen Verwendungszweck besser geeignet ist, sollte man beachten, dass Fichte ein geringeres Gewicht hat (Trockene Fichte ca. 450 kg/cbm) und leichter zu bearbeiten ist.
Eine weitere wichtige Eigenschaft des Konstruktionsholz ist, dass durch die definierten Einschnittarten Die Rissbildung von Schwindrissen minimiert wird. Dies kann durch zwei Einschnitt Arten gewährleistet werden:
1. Herzgetrennter Einschnitt: wird ein Schnitt durch die Markröhre des Holzes bezeichnet.

2. Herzfreier Einschnitt: Heraustrennen einer Herzbohle mit ≤ 40 m

Festigkeitsklassen von Konstruktionsholz: C16, C24 und C30 im Überblick
Konstruktionsholz wird in standardisierten Festigkeitsklassen nach DIN EN 338 gehandelt. Die Klasse steht auf dem Stempel und gibt dir die Biegefestigkeit in N/mm² an. Für den Holzbau am Wohnhaus sind drei Klassen relevant:
• C16 — günstigste Standardqualität, für untergeordnete tragende Bauteile (z. B. Innenwände, leichtere Dachlatten).
• C24 — die Standardklasse im Wohnhausbau. Reicht für Sparren, Pfetten und Ständer in der Holzständer- und Holzrahmenbauweise.
• C30 — höhere Belastbarkeit, kommt zum Einsatz bei großen Spannweiten, Doppelpfetten oder besonderen statischen Anforderungen.
Für noch höhere Lasten greifst du auf Brettschichtholz (BSH) oder Brettsperrholz (CLT) zurück — beide übertreffen Konstruktionsholz in Tragfähigkeit und Maßhaltigkeit deutlich.
Der Unterscheid zwischen Konstruktionsholz NSI und Si
Das KVH NSi muss gehobelt oder egalisiert und gefast sein. Das bedeutet, die Hölzer sind maßhaltig und sind für den konstruktiven Einsatz gefertigt. Verfärbungen und Bläue dürfen vorhanden sein. Die Ansprüche an das Konstruktionsholz für den sichtbaren Bereich sind nochmals erhöht. Hier wird die Oberfläche glatt ausgehobelt und gefast. Auch wird an die Sortierung und Auswahl der Hölzer auch in Bezug auf Verfärbungen ein erhöhter Anspruch gelegt.
Allerdings wird Konstruktionsholz für den sichtbaren Bereich nur noch sehr selten produziert. Hier ist Leimholz/Brettschichtholz zu bevorzugen. Falls KVH NSI qualitativ genügt, kann auch dieses verwendet werden. Jedoch sind Reklamationen bezüglich der Qualität in diesem Fall nicht zulässig.
Verwendungsbereiche für Konstruktionsholz
Das Konstruktionsholz ist für nahezu jede Konstruktion einsetzbar. Dabei wird es überwiegend in Carports, Gartenhäuser und Vordächer verbaut, weniger für Unterkonstruktionen wie z.B. für Terrassen. Sehr häufig wird KVH auch für Dachstühle oder Stützen für verschiedene Konstruktionen und im Holzrahmenbau eingesetzt.
Das fein gehobelte Holz wird auch sehr häufig zur Konstruktion von Überdachungen aus Holz und für Zäune im Garten eingesetzt.
Im Möbelbau wird KVH für den sichtbaren Bereich zum Beispiel für Tischbeine verwendet. Es kann auch für Betten genutzt werden, besser jedoch ist Brettschichtholz oder Rahmenholz, da die Qualität für den sichtbaren Einsatz geeigneter ist.
Setzt man KVH im Außenbereich ein, sollte man auf die entsprechende Oberflächenbehandlung achten. Handelsübliche Oberflächenprodukte aus dem Holzfachhandel können sowohl die Farbe schützen als auch für die Wetterbeständigkeit sorgen. Für besonders feuchtebeanspruchte Bereiche ist Konstruktionsholz aus Douglasie geeignet, da eine Douglasie eine höhere Resistenzklasse hat.
Konstruktionsholz in gängigen Maßen: Kantholz 12×12, 14×14, 16×16
Im Hausbau gibt es eine Handvoll Querschnitte, die immer wieder auftauchen. Kantholz mit quadratischem Querschnitt ist im klassischen Holzbau am häufigsten verbaut:
• Kantholz 12×12 cm — Standardquerschnitt für Sparren und Ständer im Einfamilienhaus.
• Kantholz 14×14 cm — bei größeren Spannweiten oder höheren Lasten.
• Kantholz 10×10 cm — eher Carport, Pergola oder leichte Konstruktionen.
• Kantholz 16×16 cm und 18×18 cm — Pfetten, Streben, schwere tragende Bauteile.
• Kantholz 100×100 mm und 80×80 mm — gängig bei Sichtkonstruktionen im Außenbereich (Pergola, Carport, Pavillon).
Diese Standardmaße bekommst du sowohl direkt beim Holzwerk als auch im Baumarkt. Welcher Querschnitt für dein Projekt sinnvoll ist, entscheidet immer die Statik – nicht das Bauchgefühl.
Konstruktionsholz oder Leimbinder?
Leimbinder bzw. Brettschichtholz (BSH) sind technisch getrocknete Bretter, die übereinandergelegt und miteinander verleimt werden. Hieraus entsteht daraufhin ein Balken, weshalb auch oft die Bezeichnung „Leimholzbalken“ zum Einsatz kommt.
Der spezielle Aufbau von BSH sorgt dafür, dass es nochmals stabiler ist als das Konstruktionsholz. Deshalb ist BSH auch für verschiedenste Anwendungsbereiche so beliebt, darunter zum Beispiel: Wand- und Dachelemente, Holzbalkendecken sowie Fachwerkträger.
Konstruktionsholz vs. Kantholz und Rahmenholz
Fazit
Konstruktionsholz ist die solide Standardlösung für jedes Holzbau-Projekt – vom Dachstuhl über den Carport bis zum Holzrahmenhaus. Wenn du gleich einen
Schritt weiterdenken willst und ein komplettes, schlüsselfertiges Holzhaus aus Brettsperrholz planst, übernehmen wir die Auswahl von Konstruktionsholz,
Dachstuhl und allen weiteren Bauteilen für dich. Vereinbare einfach ein unverbindliches Erstgespräch – wir
beraten dich kostenlos zu deinem CLT-Haus-Projekt.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Konstruktionsholz, oft als KVH (Konstruktionsvollholz) abgekürzt, ist veredeltes Bauschnittholz nach DIN 4074. Es wird technisch getrocknet, sortiert und keilgezinkt – dadurch ist es maßhaltig, formstabil und für tragende Bauteile zugelassen.
Konstruktionsholz (KVH) ist nach DIN 4074 sortiert und technisch getrocknet (Holzfeuchte ≤ 18 %). Kantholz ist ein klassischer Sammelbegriff für rechteckige Hölzer ohne diese Veredelung. Rahmenholz ist die einfachste Variante, oft sägerau und mit höherer Restfeuchte – nicht für tragende Konstruktionen geeignet.
Standardmäßig wird Konstruktionsholz in der Festigkeitsklasse C24 geliefert. Sie deckt die statischen Anforderungen im klassischen Wohnhausbau (Sparren, Pfetten, Ständer) ab. Höhere Belastungen werden über C30 oder Brettschichtholz (BSH) gelöst.
Der Preis liegt 2026 orientierend bei 600 bis 1.200 € pro m³ – abhängig von Holzart, Maß, Sichtklasse und Bezugsweg. Fichte/Tanne ist am günstigsten, Lärche und Douglasie deutlich teurer. Im Baumarkt (Obi, Bauhaus, Hornbach) zahlst du etwas mehr als beim direkten Holzhandel.



%20(1)%20(1)-p-500.jpg)
.jpeg)